BMW und die Dieselkrise

Noch immer hält die Dieselkrise Deutschland in Atem. Seitdem bekannt wurde, dass vor allem der VW-Konzern mit seinen Töchtern Audi oder Skoda Abgastests umging, indem er unzulässige Abschalteinrichtungen in vielen Dieselautos verbaute, reißt der Strom von schlechten Nachrichten für die Automobilwelt nicht mehr ab. Von Feinstaub-Tests über Fahrverbote bis hin zu drakonischen Strafen musste die Branche in den letzten Jahren viel schlucken. Nun wurde auch der Premium-Hersteller BMW aus München zu einer Strafe von 8,5 Millionen Euro verurteilt. Der Vorwurf: ein eklatanter Verstoß gegen die Aufsichtspflichten.

Auch Betrug bei BMW?

Was war passiert? Lange standen Vorwürfe im Raum, BMW hätte bei den Modellen M55xd und 750xd eine illegale Abgasreinigung eingesetzt und so Prüfer und Verbraucher getäuscht. Als die Autos schließlich auf dem Prüfstand und auch im Realbetrieb viel zu viele Stickoxide ausstießen, geriet der Münchner Autobauer in die Defensive. Nach einer längeren Analyse wurde nun klar, dass BMW nicht aktiv betrogen, aber deutlich bei der eigenen Motorensoftware geschlampt hatte. So spielte der Autobauer bei mehr als 7.965 Fahrzeugen vermeintliche Programme auf, die gar nicht für die entsprechenden Motoren gedacht war.

Qualitätssicherung nicht eingehalten

BMW hat also nicht betrogen, aber dennoch bei der Qualitätssicherung versagt. Das wirft zumindest die Staatsanwaltschaft dem Konzern vor. BMW akzeptierte diesen Vorwurf und legte auch keinen Einspruch gegen die Strafe in Höhe von 8,5 Millionen Euro ein. Damit ist der Rechtsweg bei diesem Kapitel für die Münchner abgeschlossen und sie kamen glimpflich davon. Der Schaden an der Reputation der BMW Diesel besteht jedoch weiterhin, auch, weil sich der Konzern bis jetzt nicht deutlich von den Vorwürfen der Manipulation freimachen konnte. Zwar gibt es bis jetzt noch kein Urteil gegen BMW, aber auch die Blauweißen konnten bisher nicht klar machen, dass sie komplett frei von Schuld sind. Kritiker könnten das Urteil gegen BMW nun als Wasser auf die Mühlen werten.